“Wie geht es dir?” fragte sie.

“Du siehst müde aus!”

“Es war ein langes Leben.” antwortete er.

“Was hat dich bloß so angestrengt und abgenutzt?”

“Das Leben selbst ist das, was uns Menschen die Zeit raubt,

es ist das, was unsere Haut altern lässt,

was uns irgendwann genommen wird.”

“Wie fühlt es sich an?”

“Wie ist es, so zu sein?”

Unverständig sah er sie an, bis er begriff was sie meinte.

“Glaub mir, alt oder jung zu sein macht keinen Unterschied!

Man merkt, dass die Hülle in der man steckt alt und marode wird.

Mit der Zeit schmerzen die Gelenke und die Atmung wir immer schwerer;

aber fühlen wirst du dich immer wie eine Jugendliche.

Auch wenn viele Menschen es nicht zeigen können,

oder vielleicht sogar nicht zeigen wollen,

hat sich doch nichts in ihren Köpfen verändert.”

“Ich habe Angst vor der Veränderung!”, musste

sie zugeben, als sie die Hand des alten Mannes ergriff.

Zusammen saßen sie – seit Stunden und unterhielten sich.

Das Leben, welches in seiner Blüte steht

und das Leben, in welchem die letzten

Herbstblätter bereits zu Boden fallen.

“Kann es sein, dass es irgendwann einen Neubeginn gibt?”

“Auf jeden Fall! Es gibt ein Leben

nach dem Tod, da bin ich

mir zu 100% sicher!

Nach dem Tod wird

das Leben, in seiner jetzigen Form

vergessen sein; und in der neuen

Welt werden wir einmal wieder vereint

sein; wenn es irgendwann einmal

soweit ist, dass du mir nachfolgst.”

Tränen liefen ihr an den Wangen herunter.

“Ich liebe dich mein Schatz!”

“Ich liebe dich auch, Papa!”